WERKHAUS: Wie nachhaltiges Design und soziale Verantwortung seit über 30 Jahren zusammenpassen

Von: Nico Czimmernings

17.03.2025

Seit über 30 Jahren steht WERKHAUS für nachhaltige, innovative Designprodukte – von Büroaccessoires bis hin zu kompletten Urlaubskonzepten. Das Unternehmen aus der Lüneburger Heide produziert ausschließlich in Deutschland und setzt dabei auf umweltfreundliche Materialien, soziale Verantwortung und regionale Wertschöpfung. Wir wir sind sehr stolz, dass sich WERKHAUS für nachhaltiges Banking bei der EthikBank entschieden hat. Im Interview mit Heike Lissen aus der Unternehmenskommunikation erfahrt ihr mehr über die WERKHAUS-Erfolgsgeschichte.

Über WERKHAUS und ihre Philosophie 💡

WERKHAUS gibt es seit 1992 – wie hat alles begonnen?

Die Geschäftsidee für WERKHAUS basiert auf den Tüfteleien von Holger Danneberg mit verschiedenen Materialien und Produkten. Hervorgegangen aus der Kaleidoskop Company – Holger Danneberg baute Kaleidoskope für Weihnachtsmärkte – und basierend auf der Entwicklung des original WERKHAUS Stecksystems gründete Eva Danneberg 1992 das Unternehmen WERKHAUS Design + Produktion GmbH. Schnell wurden Büro- und Wohnaccessoires sowie Geschenkartikel ins Produktspektrum aufgenommen.

Was steckt hinter eurem Motto „Wir stecken zusammen“?

Sämtliche Produkte basieren auf dem von Holger Danneberg entwickelten Stecksystem. Präzise gelaserte oder gefräste Produktteile werden mittels Steckverbindungen zusammengefügt und mit Gummiringen fixiert. Wir stecken aber nicht nur Produkte zusammen, sondern sehen uns bei WERKHAUS auch als große Community, die gemeinsam an Innovationen arbeitet.

Eva und Holger Danneberg im destinature Dorf
Foto: destinature/TMN/I. Pacini

Ihr seid „ökologische Überzeugungstäter mit sozialer Ader“ – was bedeutet das konkret im Alltag?

Umweltbewusstes Wirtschaften liegt seit 1992 in der Unternehmens-DNA. Wir arbeiten mit umweltfreundlichen Materialien – vorwiegend Holzmaterialien – und beziehen diese möglichst regional oder national. Wir produzieren ausschließlich in Deutschland. Das tun wir mit einem hohen sozialen Bewusstsein. Wir bilden jedes Jahr in mehreren Berufen aus, sichern Fachkräfte in der Region und integrieren Menschen unterschiedlichster Herkunft sowie mit Behinderungen im Unternehmen. Bei unseren Mitarbeitern achten wir auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildungsangeboten und gleiche Bezahlung der verschiedenen Geschlechter.

Nachhaltigkeit und Innovation 🌱

Wie sorgt ihr dafür, dass eure Produkte wirklich nachhaltig sind?

Wir kennen die Lieferanten unserer wenigen Materialien meist seit vielen Jahren, achten schon im Einkauf auf Nachweise der Nachhaltigkeit und prüfen diese anhand von Siegeln.

Was war die größte Herausforderung auf eurem Weg zu einem ökologisch und sozial verantwortlichen Unternehmen?

Da wir von Anfang an auf diese Art und Weise gearbeitet haben und nur dieses Wirtschaften infrage kam, gab es keine Herausforderungen auf dem Weg dahin, sondern eher im Laufe der Jahre. In Deutschland zu produzieren ist angesichts der globalen Konkurrenz eine Herausforderung. Während Corona gab es zeitweise kein Holz auf dem Markt.

Welche Materialien verwendet ihr, und warum habt ihr euch gerade dafür entschieden?

Unser Hauptwerkstoff ist Holz bzw. Holzfaserplatten. Wir haben uns für Holz entschieden, weil dies ein nachwachsender Rohstoff ist, der sehr breite Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten bietet. Als weitere Materialien haben wir Naturfarben, Textilien sowie komplementäre Materialien wie die Gummiringe. Wir achten bei allen Materialien auf Umweltverträglichkeit.

Gibt es Innovationen oder Entwicklungen, auf die ihr besonders stolz seid?

Eine große Innovation der letzten Jahre waren unsere Urlaubscamps, die destinature Dörfer, aus von uns entwickelten Tiny Häusern mit Bistro, Sanitär- und Wellnessbereich. Hier ist die Quintessenz unseres Wissens und unserer nachhaltigen Philosophie eingeflossen. Wir leisten damit einen Beitrag zum sanften Tourismus und dieses Konzept wurde nicht nur mehrfach ausgezeichnet, sondern wird auch von unseren Gästen wertgeschätzt.

Made in Germany – Produktion und Standort 🇩🇪

Warum war es euch wichtig, alles in Deutschland zu produzieren?

Die Unternehmensgründer Eva und Holger Danneberg sind tief in der Region verwurzelt und wollen damit einen Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung auf dem Land leisten. Zudem können wir auf diese Art und Weise unsere komplette Produktion vom Entwurf bis hin zum fertigen Produkt selbst steuern bzw. in einer Hand halten und die Nachhaltigkeit der Arbeitsschritte sichern.

Foto: WERKHAUS/Dan Hannen

Wie beeinflusst euer Standort in der Lüneburger Heide und im Wendland eure Arbeit?

WERKHAUS ist ein Familienunternehmen, dem es wichtig ist, dort zu produzieren, wo der eigene Lebensmittelpunkt ist. Es gibt zahlreiche Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Unternehmen, Organisationen und Hochschulen in der Region, aus denen immer wieder Innovationen entstehen und die das Unternehmen weiter verwurzeln an diesem Standort. Natürlich bringt der ländliche Standort bzgl. der Fachkräftegewinnung oder der internationalen Wettbewerbsfähigkeit (höhere Produktionskosten als in Billiglohnländern) seine Herausforderungen. Es ist zentrale WERKHAUS-Philosophie, gute Qualität nachhaltig und mit hiesigen Arbeitskräften zu produzieren.

Wie sieht ein typischer Tag bei WERKHAUS aus?

Morgens ab sechs Uhr laufen bei WERKHAUS die Maschinen an und es wird gefräst, gelasert, gefärbt, gedruckt und verpackt. Etwas später nehmen die Kolleg*innen in der Produktentwicklung, also der Grafik, der CAD und in der Displayabteilung die Arbeit auf. Auch die Verwaltung mit der Buchhaltung, dem Verkauf und dem Marketing ist dann aktiv und gemeinsam wird an neuen Produkten, Projekten und dem Vertrieb gearbeitet. Treffen, Besuche, Planungsgespräche stehen auf dem Programm. Ab 12 Uhr serviert unsere Köchin in der Bio-Kantine frisch gekochtes Mittagessen. Die Spätschicht in der Produktion beginnt ihre Arbeit ab 14 Uhr. Um 22 Uhr werden die Maschinen wieder abgeschaltet.

Foto: WERKHAUS

Das destinature Dorf 🏞

Was hat euch dazu inspiriert, mit dem destinature Dorf ein nachhaltiges Urlaubskonzept zu entwickeln?

Wir waren schon Mitte der 2010er Jahre in diverse Outdoor-Projekte involviert und haben unsere Outdoor-Marke destinature gegründet. So haben wir auch eine mobile Saunahütte und kleine Hütten für ein Tiny Living Festival entwickelt. Weil dem Ehepaar Danneberg immer schon die Idee im Kopf herumgeisterte, eines Tages ihren eigenen Wunschtraum einer Radler-kompatiblen Stätte mit einer einfachen ökologischen Unterkunft, aber mit Hotelkomfort umzusetzen, entstand die Idee vom destinature Dorf. In das Konzept der Dörfer fließt seitdem die Quintessenz des nachhaltigen Wissens von WERKHAUS ein: Alles ist hier bio, vom Bau bis zum alltäglichen Betrieb. Das ist unser Beitrag zum sanften Tourismus in der Natur.

Wie unterscheidet sich ein Aufenthalt in eurem Camp von klassischen Urlaubsorten?

Der Unterschied besteht darin, dass wir weitgehend ohne Kompromisse alles mit ökologischen Materialien, Lebensmitteln etc. herstellen und betreiben wollen. Bis ins Detail suchen wir nach der besten nachhaltigen Lösung, von der Seife im Bad bis hin zum Stromlieferanten. Das wird vor Ort spürbar. Für unsere Dörfer haben wir keine Flächen abgeholzt oder Flächen versiegelt, sondern unsere Holzhütten wirklich mitten in die Natur gebaut. Das bietet den Gästen ein unmittelbares Naturerlebnis und Entspannung in einzigartigen Landschaften in Deutschland. Dabei zählt: weniger – das dann aber auch gut – ist mehr! Es gibt keinen Fernseher im Zimmer, keine Animation am Pool, keinen gigantischen Abenteuer-Spielplatz auf dem Gelände, sondern pure Natur, gutes Essen und Wellness unter dem Sternenhimmel.

Zusammenarbeit und soziale Verantwortung 🤝🏼

Wie lebt ihr soziale Verantwortung im Unternehmen?

Soziale Verantwortung beginnt bei uns damit, den Menschen in unserer ländlichen Region einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu geben und dabei auch sozial benachteiligten Gruppen eine Chance zu geben. Wir integrieren Menschen mit Behinderungen und Migranten oder die, die es auf andere Art und Weise schwer haben auf dem Arbeitsmarkt. Im Unternehmen sorgen wir für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance sowie gleiche Bezahlung für Mann und Frau. Wir bieten Weiterbildungen, Fitnessprogramme, gesundes Essen in der Bio-Kantine und E-Bikes an.

Welche Rolle spielen eure Mitarbeitenden und Partner für euren Erfolg?

Eine zentrale Rolle. Nicht von ungefähr kommt unser Motto „Wir stecken zusammen“, das sich nicht nur auf unsere Produkte bezieht, sondern auch auf die Zusammenarbeit im Unternehmen. Unsere Erfolge sind gemeinsame Erfolge, denn wir bauen auf die Kreativität, die Erfahrungen und Kenntnisse und den unermüdlichen Einsatz unseres gesamten Teams. Bei uns gelten flache Hierarchien, jeder kann sich einbringen. Aber auch mit externen Partnern entwickeln wir immer neue Ideen und Projekte.

Gibt es Kooperationen, auf die ihr besonders stolz seid?

In jüngerer Zeit sind das sicherlich Kooperationen, bei denen die Partner ähnliche Ziele verfolgt haben oder verfolgen, wie den Schutz der Umwelt, des Klimas und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Hier ist zum Beispiel die gemeinnützige Organisation Goldeimer zu nennen, mit denen wir nachhaltige Trockentoiletten für verschiedene Einsatzmöglichkeiten entwickelt haben.

Warum EthikBank? 💳

Warum habt ihr euch für die EthikBank entschieden?

Für die EthikBank haben wir uns entschieden, weil wir mit den regionalen und herkömmlichen Banken leider nicht immer auf Verständnis stoßen mit unseren Zielen und Grundsätzen, da diese doch vorwiegend den Gewinn eines Unternehmens wertschätzen, nicht aber die ökologischen oder sozialen Aspekte.

Welche Rolle spielt nachhaltiges Banking für ein Unternehmen wie eures?

Der nachhaltige Umgang mit finanziellen Mitteln ist für uns von zentraler Bedeutung. Wir möchten nicht, dass diese in die Finanzierung von Waffen, umweltzerstörenden Projekten, fossile Energiequellen, zweifelhafte Geschäfte zu Ungunsten von ärmeren Gesellschaften und in die Taschen von Investmentbankern und großen Konzernen fließen. Das würde diametral zu unserer Unternehmensphilosophie stehen.  

Zukunftsvision

Welche neuen Projekte oder Ideen möchtet ihr in Zukunft umsetzen?

Für die Zukunft sind inzwischen noch mehrere destinature Dörfer angefragt, bzw. Ausschreibungen gewonnen worden, jeweils an naturnahen Standorten. Diese gilt es nun zu entwickeln und zu finanzieren. Außerdem haben wir interessante Angebote zum Bau von Einhüllungen von Wärmespeichern und zur klimafreundlichen Einrichtung von Supermärkten.

Foto: WERKHAUS

Was wünscht ihr euch für die Zukunft von WERKHAUS und nachhaltigem Konsum allgemein?

Wir hoffen natürlich, trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation und der globalen Konkurrenz, weiter so wirtschaften zu können, wie wir es tun und den Menschen umweltfreundliche Alternativen für ihren Schreibtisch, ihr Zuhause oder für ihre Warenpräsentation anbieten zu können. Es wäre wünschenswert, wenn sich der Trend allgemein von Wegwerfprodukten aus Plastik und von Überkonsum weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft bewegen würde und Menschen sich für langlebige, fair, nachhaltig und sozial produzierte Produkte entscheiden würden.  

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